CDU Kreuztal zu Gast bei Umweltservice Lindenschmidt: Bewährte Abfallentsorgung erhalten – neue Strukturen sorgfältig prüfen
Auf großes Interesse stieß der Besuch der CDU Kreuztal beim traditionsreichen Kreuztaler Unternehmen Umweltservice Lindenschmidt. Zahlreiche Mitglieder sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der CDU gefolgt, um sich mit der aktuell diskutierten Neuordnung der Abfallentsorgung im Kreis Siegen-Wittgenstein auseinanderzusetzen und bei einer ausführlichen Betriebsbesichtigung Einblicke in die Arbeit des Unternehmens zu erhalten.
Die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marion Kleis begrüßte die Gäste und dankte der Familie Lindenschmidt für die Möglichkeit, eine kommunalpolitisch hochaktuelle Diskussion mit einem unmittelbaren Einblick in die praktische Arbeit eines Entsorgungsunternehmens zu verbinden. Unter dem Titel „Kreisweit einheitliche Abfallentsorgung? – Herausforderungen und Chancen“ standen insbesondere die Überlegungen von Kreis und Kommunen zu einer stärkeren interkommunalen Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Der Kreis Siegen-Wittgenstein prüft gemeinsam mit den beteiligten Städten und Gemeinden eine Neuorganisation, die unter anderem ein einheitliches Sammel- und Gebührensystem sowie eine Harmonisierung von Sammelrhythmen und Behälterstrukturen zum Ziel haben könnte.
Geschäftsleiter Christoph Lindenschmidt berichtete aus der langjährigen Erfahrung des Unternehmens und diskutierte mit den Anwesenden offen über mögliche Chancen, aber auch über praktische und organisatorische Herausforderungen einer kreisweiten Lösung. Dabei bestand unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern breite Einigkeit darüber, dass die Abfallentsorgung in Kreuztal heute zuverlässig funktioniert und bei den Bürgerinnen und Bürgern eine hohe Akzeptanz genießt. Dies gilt auch für ergänzende Angebote wie die Schadstoffentsorgung: Lindenschmidt betreibt am Standort in Krombach eine Schadstoffsammelstelle, an der haushaltsübliche Kleinmengen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein kostenfrei abgegeben werden können.
CDU-Fraktionsvorsitzender Philipp Krause machte deshalb deutlich, dass eine strukturelle Veränderung nicht zum Selbstzweck werden dürfe: „Wir haben in Kreuztal ein System, das funktioniert. Die Müllabfuhr ist zuverlässig, die Bürgerinnen und Bürger haben klare Ansprechpartner und auch Service und Betreuung durch die Stadtverwaltung werden geschätzt. Wer dieses System grundlegend verändern möchte, muss nachvollziehbar darlegen, welchen konkreten Mehrwert das für die Menschen bringt. Bei einer kreisweiten Lösung sind aus unserer Sicht noch viele Fragen zu Kosten, Servicequalität, Zuständigkeiten und praktischer Umsetzung offen. Diese müssen beantwortet werden, bevor weitreichende Entscheidungen getroffen werden.“
Im Anschluss an die Diskussion stellte Christoph Lindenschmidt das Familienunternehmen vor. Dessen Geschichte reicht bis ins Jahr 1959 zurück, als Margaretha und Karl Lindenschmidt den damaligen „Siegerländer Abfuhrbetrieb“ gründeten. Aus dem regionalen Abfuhrbetrieb ist in den vergangenen Jahrzehnten ein hoch spezialisiertes mittelständisches Entsorgungsunternehmen entstanden, das eng mit dem Standort Kreuztal-Krombach verbunden geblieben ist. Die beim Besuch vorgestellten Unternehmenszahlen unterstrichen diese Entwicklung: Rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt; im Entsorgungscenter werden auf einer Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern täglich rund 450 Tonnen behandelt.
Besonderes Interesse fand dabei der Umgang mit Sonderabfällen. Lindenschmidt ist nach eigenen Angaben Spezialist für die Sonderabfallentsorgung in Deutschland und im angrenzenden Europa. Von den täglich rund 450 Tonnen Eingangsmenge werden erhebliche Anteile weiterverwertet, etwa durch Recycling oder zur Strom- und Wärmeerzeugung. Die Anlagen arbeiten dabei mit biologischen, physikalischen und chemischen Verfahren sowie umfangreicher Luftreinigungstechnik.
Auch die Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz beeindruckten die Besucherinnen und Besucher. Christoph Lindenschmidt erläuterte anhand konkreter Zahlen, wie das Unternehmen seinen Energieverbrauch und den Einsatz fossiler Energieträger reduziert. Gegenüber der jeweiligen Ausgangssituation konnte der Erdgasbezug durch selbst produziertes Biogas um 55 Prozent, der Netzstrombezug durch Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung um 62 Prozent und der Dieselverbrauch durch Elektromobilität um 10 Prozent reduziert werden. Inzwischen gehören mehr als 20 Elektrofahrzeuge zum Fuhrpark; hinzu kommen unter anderem eine Photovoltaikleistung von 600 kWp und Kraft-Wärme-Kopplung.
Die heimische Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach unterstrich in diesem Zusammenhang die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft: „Rohstoffe sind wertvoll und endlich. Deshalb müssen wir Ressourcen möglichst lange im Kreislauf halten, wiederverwerten und verantwortungsvoll mit ihnen umgehen. Gleichzeitig ist die Kreislaufwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig mit zahlreichen qualifizierten Arbeitsplätzen in Nordrhein-Westfalen. Unser Ziel muss es sein, Innovation, Ressourcenschutz und gute industrielle Arbeitsplätze miteinander zu verbinden und diesen Wirtschaftszweig auch künftig zu stärken.“
Bei dem anschließenden Rundgang konnten sich die Gäste selbst ein Bild von den modernen Anlagen, der technischen Entwicklung und den umfangreichen Investitionen am Standort machen. Für die CDU Kreuztal wurde dabei deutlich, welche Bedeutung mittelständische Familienunternehmen wie Lindenschmidt für die Stadt und die gesamte Region haben.
Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Arne Siebel zog ein positives Fazit: „Lindenschmidt zeigt eindrucksvoll, wie Tradition, unternehmerische Verantwortung und Innovation zusammenpassen können. Hier werden Arbeitsplätze gesichert, kontinuierlich in moderne Technik und Umweltschutz investiert und zugleich bleibt das Unternehmen seiner Heimat Kreuztal eng verbunden. Solche Betriebe sind ein wichtiger Teil der wirtschaftlichen Stärke unserer Stadt.“
Die CDU Kreuztal bedankte sich abschließend bei Christoph Lindenschmidt und seinem Team für die offenen Gespräche, die fachlichen Einblicke und die ausführliche Betriebsführung. Für die Union steht fest: Die Diskussion über eine mögliche kreisweite Neuorganisation der Abfallentsorgung muss sachlich und ergebnisoffen geführt werden. Wo bestehende Strukturen nachweislich gut funktionieren, sollte eine Veränderung nicht allein um der Vereinheitlichung willen erfolgen. Entscheidend müssen am Ende Wirtschaftlichkeit, Verlässlichkeit, Servicequalität und der konkrete Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger sein.



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